Förderung & Finanzierung

Eurostars: das Programm für innovative KMU

SIH ONE — Desk Funding · 24. Mai 2025

Unter den Förderinstrumenten für KMU, die Forschung und Entwicklung betreiben, nimmt Eurostars eine besondere Stellung ein. Es ist im engeren Sinne keine Ausschreibung der Europäischen Union, sondern ein internationales Kooperationsprogramm, das kollaborative Projekte zwischen Unternehmen verschiedener Länder finanziert. Es hat ein Merkmal, das es für Unternehmen in der Schweiz interessant macht: Das Land nimmt teil, und Schweizer Unternehmen können darauf zugreifen. Sehen wir uns an, wie es funktioniert und für wen es sich lohnt.

Was Eurostars ist

Eurostars ist das wichtigste Förderprogramm im Rahmen der Eureka-Initiative, des zwischenstaatlichen Netzwerks für die Zusammenarbeit in Forschung und Innovation. Es wird von den teilnehmenden Ländern und von der Europäischen Union kofinanziert und richtet sich gezielt an KMU, die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten ausüben (die sogenannten R&D-performing SMEs).

Ziel ist es, marktnahe Innovationsprojekte zu unterstützen: nicht Grundlagenforschung, sondern die Entwicklung von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen mit einer konkreten Aussicht auf Vermarktung innerhalb eines angemessenen Zeithorizonts nach Projektende.

Das Schlüsselmerkmal: die internationale Zusammenarbeit

Das prägende Element von Eurostars ist die Pflicht zur transnationalen Zusammenarbeit. Es bewirbt sich nicht ein einzelnes Unternehmen für ein internes Projekt: Es wird ein Konsortium eingereicht, das aus Partnern von mindestens zwei verschiedenen teilnehmenden Ländern besteht. Das Projekt muss eine echte Zusammenarbeit sein, keine Summe getrennter Tätigkeiten.

Einige wiederkehrende Grundsätze (die genauen Regeln sind stets in der laufenden Ausschreibung zu prüfen):

  • Das Konsortium muss Partner aus mehreren Eureka-Ländern umfassen.
  • Die Führungsrolle liegt bei einem F&E-betreibenden KMU, das typischerweise der Koordinator ist und einen bedeutenden Anteil des Projekts trägt.
  • Kein einzelner Partner und kein einzelnes Land soll einen übermässigen Anteil des Budgets konzentrieren: Die Ausgewogenheit der Zusammenarbeit zählt.

Dieser Ansatz hat eine praktische Folge: Noch vor dem Dossier braucht es den richtigen Partner im Ausland. Ein gutes Projekt mit einem schwachen Konsortium kommt nicht durch.

Wer sich bewerben kann und was gefördert wird

Der typische Bewerber ist ein innovatives KMU mit eigener Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, das ein ehrgeiziges Projekt in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern verwirklichen will. Am Konsortium können auch grosse Unternehmen, Universitäten oder Forschungszentren teilnehmen, doch der Schwerpunkt bleibt das KMU.

Eurostars finanziert die mit dem F&E-Projekt verbundenen Kosten — Personal, Entwicklungstätigkeiten, einige damit zusammenhängende Ausgaben — nach den Förderregeln jedes Landes. Und genau hier liegt ein wesentlicher Punkt.

Wie die Finanzierung in der Schweiz funktioniert

Eurostars hat eine dezentrale Förderstruktur: Die Bewertung der Projekte ist international und zentralisiert, doch die Finanzierung der einzelnen Partner kommt aus dem jeweiligen Land, nach dessen nationalen Regeln. Konkret:

  • Der Projektantrag ist ein einziger, vom Konsortium auf internationaler Ebene eingereicht.
  • Die Auswahl erfolgt über eine gemeinsame Bewertung und eine Rangliste.
  • Jeder Partner erhält den Beitrag jedoch aus seinem eigenen Land, mit nationalen Modalitäten und Bedingungen.

Für das Schweizer Unternehmen bedeutet dies, dass die auf seinen Teil anwendbaren Bedingungen von den Schweizer Regeln zur Programmteilnahme abhängen, die jeweils zu prüfen sind. Das ist ein Aspekt, der vor der Budgetplanung zu klären ist, nicht danach.

Was für eine wettbewerbsfähige Bewerbung nötig ist

Eurostars ist selektiv. Ein Dossier mit konkreten Chancen weist einige Merkmale auf:

  1. Ein wirklich innovatives Projekt mit einem klaren technologischen Sprung, keine blosse inkrementelle Entwicklung.
  2. Eine echte Zusammenarbeit: Die Partner integrieren sich, jeder bringt komplementäre Kompetenzen ein, die Rollen sind klar.
  3. Eine glaubwürdige Marktaussicht: Es wird erklärt, wie und wann das Ergebnis zum Produkt oder zur Dienstleistung wird.
  4. Ein solider Arbeitsplan: stimmige Ziele, Arbeitspakete, Zeitpläne und Budget.
  5. Umsetzungsfähigkeit: Das Konsortium verfügt über die technischen und finanziellen Ressourcen, um das Projekt abzuschliessen.

Die häufigsten Fehler sind ein unausgewogenes Konsortium, eine schwache Innovation, die durch ehrgeizige Sprache kaschiert wird, und eine vage Vermarktungsaussicht.

Wie man den Weg aufsetzt

Sich gut zu bewerben braucht Zeit und Reihenfolge. Zuerst wird die Projektidee definiert und geprüft, ob sie das geforderte Innovationsniveau hat. Dann wird das Konsortium aufgebaut, indem man den passenden internationalen Partner sucht. Erst dann schreibt man das Dossier und achtet dabei auf die Stimmigkeit zwischen Zielen, Arbeitsplan und Budget und klärt die Finanzierungsbedingungen für den Schweizer Teil.

SIH ONE ist eine AI-native Treuhandgruppe und begleitet innovative KMU dabei, die Fördermittel in ihre Strategie zu integrieren: von der Beurteilung der Projekteignung bis zur Strukturierung des Budgets und der administrativen Aspekte, damit die Energie beim Inhalt bleibt und sich nicht in der Bürokratie verliert.

Möchten Sie beurteilen, ob sich Ihr F&E-Projekt für Eurostars bewerben kann? Sprechen wir darüber.

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