Obligatorische Sozialversicherungen für den Arbeitgeber (AHV, ALV, BVG)
Wer in der Schweiz Personal anstellt, wird für die korrekte Abrechnung und Zahlung der Sozialbeiträge verantwortlich. Das ist nicht nur eine Kostenfrage: Es ist eine Frage der persönlichen Haftung, denn der Arbeitgeber haftet auch für den Anteil des Arbeitnehmers. Hier ist die Übersicht der obligatorischen Versicherungen.
Die erste Säule: AHV/IV/EO
Die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) bildet zusammen mit der IV (Invalidenversicherung) und der EO (Erwerbsersatz für Dienst und Mutterschaft) die erste Säule. Sie ist für alle Arbeitnehmer obligatorisch und finanziert Renten und Grundleistungen.
Der Beitrag ist paritätisch: zur Hälfte zulasten des Arbeitgebers, zur Hälfte zulasten des Arbeitnehmers. Der Arbeitgeber zieht den Anteil des Arbeitnehmers vom Lohn ab und zahlt ihn zusammen mit seinem eigenen an die Ausgleichskasse.
Die Arbeitslosenversicherung: ALV
Die ALV (Arbeitslosenversicherung) ist ebenfalls obligatorisch und paritätisch. Sie gilt auf dem Lohn bis zu einem gesetzlich festgelegten Jahreshöchstbetrag; oberhalb dieser Schwelle gilt der ordentliche Beitrag nicht. Auch hier zieht der Arbeitgeber ab und zahlt.
Familienzulagen und der FZ-Beitrag
Über die Ausgleichskasse zahlt der Arbeitgeber auch den Beitrag für die Familienzulagen (FZ), der die Kinder- und Ausbildungszulagen finanziert. Dieser Beitrag geht in der Regel vollständig zulasten des Arbeitgebers. Die Ansätze variieren von Kanton zu Kanton.
Die zweite Säule: BVG
Das BVG (berufliche Vorsorge) ist obligatorisch für Arbeitnehmer, deren Lohn eine jährliche Eintrittsschwelle übersteigt und die ein bestimmtes Alter erreicht haben. Es deckt Alter, Invalidität und Tod ab und ergänzt die erste Säule.
Kernpunkte:
- Der Arbeitgeber muss sich einer Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse) anschliessen.
- Die Beiträge werden auf dem koordinierten Lohn berechnet (dem Lohnteil zwischen einem Koordinationsabzug und einer oberen Grenze).
- Der Arbeitgeber muss mindestens die Hälfte des Gesamtbeitrags zahlen; viele zahlen mehr.
- Die Ansätze steigen mit dem Alter des Arbeitnehmers.
Die Unfallversicherung: UVG
Das UVG deckt die Berufsunfälle und Berufskrankheiten für alle Arbeitnehmer sowie die Nichtberufsunfälle für jene, die mindestens eine Mindestzahl an Wochenstunden arbeiten.
Typische Aufteilung:
- die Prämie für die Berufsunfälle geht zulasten des Arbeitgebers;
- die Prämie für die Nichtberufsunfälle geht, sofern nichts anderes vereinbart ist, zulasten des Arbeitnehmers (der Arbeitgeber zieht sie ab).
Freiwillig, aber häufig: Krankentaggeld
Das Taggeld im Krankheitsfall ist gesetzlich nicht obligatorisch (ausser bei Vorsehen durch einen GAV), aber sehr verbreitet: Es erlaubt dem Arbeitgeber, die Pflicht zur Lohnfortzahlung während der Krankheit auf die Versicherung zu übertragen. Es ist dringend zu empfehlen.
Wer zahlt was: die Gesamtübersicht
- AHV/IV/EO: paritätisch (Arbeitgeber und Arbeitnehmer).
- ALV: paritätisch, bis zum Höchstbetrag.
- Familienzulagen (FZ): in der Regel nur der Arbeitgeber.
- BVG: mindestens zur Hälfte zulasten des Arbeitgebers, Ansätze nach Alter.
- UVG Berufsunfall: Arbeitgeber. UVG Nichtberufsunfall: Arbeitnehmer.
Die operativen Pflichten des Arbeitgebers
Der Arbeitgeber muss:
- sich einer AHV-Ausgleichskasse und einer BVG-Einrichtung anschliessen;
- die Beiträge auf jedem Lohn abrechnen und die Anteile des Arbeitnehmers abziehen;
- die Beträge fristgerecht zahlen;
- die jährliche Lohnabrechnung vornehmen.
Die unterlassene Zahlung setzt Sie Zinsen, einer Nacherhebung der Beiträge und, für den den Arbeitnehmern abgezogenen Anteil, einer persönlichen Haftung der Organe aus. Das ist kein Bereich zum Improvisieren.
Wie wir Sie unterstützen
Die Abteilung Payroll von SIH ONE übernimmt Anschlüsse, Abrechnungen und Zahlungen der Sozialbeiträge und hält dabei Löhne, Kassen und Vorsorgeeinrichtungen aufeinander abgestimmt. Vertrauen Sie uns Ihr Payroll an.